Spielmodell des Nachwuchs

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Ich habe gestern drei Spiele von SC Freiburg hintereinander gesehen. Erstes Spiel ist von U15, dann U19 und zum Schluss die Profimannschaft. Es macht mir Spaß, die Mannschaften zu beobachten, die von oben bis unteren Kategorien komplette gemeinsame Konzepte und Spielmodell besetzen. Sie spielen mit der gleichen Taktik und dem Stil, aber immer oberen Kategorien haben mehr taktische Variationen.

 

Stärke bzw. Charakter und auch Schwäche bzw. Probleme sind auch genauso gemeinsam. Oberen Kategorien machen weniger technische und Entscheidungsfehler und das Spiel wird mehr verfeinert und körperlich schneller. Aber die Basis ist sich nicht verändert. Sie bauen von der Vierer Kette mit Torwart langsam Spiel auf und suchen die Lücke, wohin den Ball schnell und vorne zuspielen zu können. Oder sie schicken den Ball einfach die Linien entlang und versucht schnelle Kombination am halben Raum. Und das Problem – Bremsen vor dem Tor – ist auch gleich.

 

Sie hätten noch einfacher vor dem Tor mit Geschwindigkeit machen können, z.B. diagonal in die Tief zu stecken usw. aber auch diese Kompliziertheit vor dem Tor gehört zur Philosophie. Ich mag es.

 

U15 Freiburger haben gegen Bayern München U15 gespielt. Die Spier von Bayern sind schon körperlich einigermaßen gewachsen. Gegenüber den Münchnern sah z.B. rechte Außenverteidiger genauso wie japanische 6.Klassige Schüler aus. Er war aber sehr beweglich und Ballsicher und  hatte sehr gute Fähigkeit, Anspielstation zu schaffen.

 

Der 1 gegen 1 starke Torwart,  Ball sicher verteilende zentrale Mittelfeldspieler, gut Spiel lesende Verteidiger und Stürmer mit Laufbereitschaft für Verteidigung sind genauso Profimannschaft, ebenso wie U17 und U19. Die Trainer von U15 bis U19 sagen “mach keinen unnötigen Faul, spiel Fair!”. Das ist auch gemeinsam.

 

Bayerns Spieler beschweren sich den Schiri, versucht Faul zu bekommen, und beherrschen schon “taktischen Faul”. Man kann schon sagen, dass sie “schlau” sein oder “Erfahrung des Sieges” haben sollen. Natürlich haben sie taktisch, technisch sehr geprägt und spielen am höhsten Niveau. Das ist die Frage nach dem Geschmack und des Ziels, nicht gut und böse. Bayern München ist die Mannschfaft, die nicht einfach verlieren darf. Die junge Spieler lernen die Mentalität des Siegers und wird irgendwann Profispieler von Bayern München. Das ist auch andere Kultur.

 

Nun, ich habe dann das Spiel von Profs gesehen. Sie spielen genauso wie Jungs von U15, oder U17, oder U19. Bei dem ruhigen und schnelle Spielaufbau mit der Vierer Kette hat den Rückpass zum Torwart eigentlich wichtige Bedeutung. Aber die Fans mögen keine Rückpässe und verlangen nach Vorne den Ball zu schicken. Das hat mir ein bisschen Leid getan. Ich wünsche mir, dass die Fans die Spieler im Heimstadion in Ruhe spielen lassen. Sie spielen richtig schön.

 

Nach dem letzten Speil gegen Freiburg Hosogai bei Hertha sowie Inui bei Frankfurt haben gesagt, dass sie bei der Balleroberung im Mittelfeld hinter Freiburger immer zurückstehen mussten. Freiburger Passspiel ist wunderbar, wenn alle Spieler im Spiel gut zurecht kommen.